Forschungsprojekt macht Kleinverlage fit für digitales Publizieren

 

Die Leipzig School of Media (LSoM) beteiligt sich am Forschungsprojekt „Fit for Digital Publishing“ (FiDiPub), das vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig initiierte wurde. Ziel des Vorhabens ist es, sächsische Verlage in den kommenden Jahren bei der Bewältigung des digitalen Wandels zu unterstützen. Gemeinsam mit weiteren Forschungseinrichtungen, IT-Firmen, Marketingexperten und den betroffenen Unternehmen aus der Buchbranche will die LSoM Wissen anhäufen, Fachkompetenzen vermitteln, Innovationen fördern, Kooperationen anbahnen und neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Das Forschungsprojekt startete offiziell im August, Anfang letzter Woche kamen alle Beteiligten zu einem Auftakttreffen zusammen. In einem Impulsvortrag skizzierte LSoM-Geschäftsführer Michael Geffken die Herausforderungen, vor denen Buchverlage stehen: „Die Digitalisierung verändert das Nutzungsverhalten von Lesern. Es gibt neue Wünsche und Ansprüche. Das hat Auswirkungen auf die Inhalte, die Produktionsbedingungen, den Vertrieb, die Geschäftsmodelle und die Vermarktung von Büchern.“ 

Kleinverlagen fehlen Ressourcen
FiDiPub richtet sich insbesondere an sogenannte Klein- und Kleinstverlage, also an Unternehmen, die sich häufig mit einem oder sehr wenigen Mitarbeitern am Markt behaupten. Diesen Verlagen fehlen oft die Ressourcen, um sich mit den Chancen der Digitalisierung auseinandersetzen zu können.

„Es ist eine gute Idee, das Buch als Produkt digital zu erweitern. Ich brauche aber einfache Lösungen, weil ich nur ein Ein-Mann-Betrieb bin“, sagte stellvertretend Patrick Zschocher vom Leipziger Buch- und Literaturverlag EINBUCH. Als Beispiele für Handlungsfelder nannte er den Bereich Social Media oder die Entwicklung von Online-Marktplätzen, die Kunden zumindest teilweise weg von Internetgiganten wie Amazon locken können.

LSoM gibt inhaltliche Impulse und bildet weiter
Das neunköpfige FiDiPub-Projektteam wird angeführt vom Lehrstuhl Anwendungssysteme in Wirtschaft und Verwaltung der Universität Leipzig. Weitere Projektbeteiligte sind neben der LSoM, das Institut für Angewandte Informatik (InfAI) der Universität Leipzig, das Softwareunternehmen IT Sonix und die Kommunikationsagentur zwonull media. Darüber hinaus beteiligen sich auch die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie zahlreiche Klein- und Kleinstverlage, hauptsächlich aus der Region Leipzig.

Die LSoM konzentriert sich als Projektpartner auf ihre Kernkompetenzen: „Wir verfügen zusammen mit unseren Dozenten über sehr viel Wissen und Know-how zum digitalen Medienwandel. Dies wollen wir in der ersten Phase des Projekts in die Diskussion einbringen. Wenn die Ziele klar definiert sind, wird es darum gehen, geeignete Weiterbildungen für die Geschäftsführer und Mitarbeiter der Verlage anzubieten“, sagte LSoM-Referent Claudio Marinow, der Mitglied des neu geschaffenen Projektteams ist.

Projekt dauert mindestens bis 2020
Das Forschungsprojekt ist auf vier Jahre angelegt und läuft zunächst bis 2020. Es wird aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie des Freistaates Sachsen gefördert. 

 

 

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