die seit 1998 bestehende edition art science – gegründet als gelegenheitsverlag – unternahm – mehr denn je unzufrieden mit den verhältnissen auf dem österreichischen buchmarkt – mit jänner 2008 einen umfassenden neustart.
trotz aller düsteren prognosen für klein- und mittelverlage wagt die edition art science das große abenteuer buch. das buch als medium des lesens hat – trotz internet und multimedialer technologieeuphorie – nichts an faszination und bedeutung verloren. es ist nach wie vor ein Kulturgut erster güte.
im zentrum der bemühungen unseres verlags stehen autor|inn|enförderung und autor|inn|enbindung – in letzter Konsequenz autor|inn|enfinanzierung – vor allem aber auch das auffinden und begeistern neuer – engagierter leserinnen und leser.
die edition art science geht die alten – von vielen verlegern ausgetretenen – pfade noch einmal. wir orientieren uns an einem verlagswesen – das seit geraumer zeit totgesagt und totgeschrieben wird. wir orientieren uns an den großen verlagsgründern. sie haben mit ihrer leidenschaft und innovationskraft den markt hervorgebracht – den wir heute kennen – auch wenn dieser mehr und mehr durch große multimediale konzerne verzerrt – ja zerstört wird.
um unserem literarisch-publizistischen unternehmen eine mitte zu geben – bewegen wir uns in – an und entlang der gesellschaftlichen und literarischen peripherie. dem ökonomismus und konsumismus – allgegenwärtig im medial gefeierten jugendkult – setzen wir einen gepflegten alterskult entgegen; nicht nur weil wir selbst in die jahre gekommen sind – das auch – sondern weil wir denken: kunst und literatur brauchen vor allem zeit | muse | einen langen Atem. deswegen also verbünden wir uns mit denen – die an der schwelle des intellektuellen und körperlichen todes leben ebenso wie mit denen – die längst darüber hinausgelangt sind. denn nur jene – die bereit sind – ihr geistiges und körperliches ein- und auskommen für eine sache einzusetzen – werden bereit sein – mit uns diesen schritt hin zu mehr solidarität | sozialem und politischem bewusstsein | letztlich ein mehr an allgemeiner lebensqualität zu wagen.
wir bekennen uns:
zur generation 40+ und allem was tot ist oder sich anschickt zu sterben.
wir laden Sie ein:
schnuppern Sie ein wenig in unseren verlag hinein!
greifen Sie zu:
wir kredenzen gereiften wein | gediegenen whisky – ohne traubensäfte und energydrinks zu vernachlässigen.
und wenn sie einen text finden – der Ihnen gefällt – gehen sie ein stück des weges mit uns und empfehlen sie uns weiter.
lesen sie unsere bücher – fallen Sie über uns her [wort- und geistreich] oder lieben Sie uns [vorsichtig und mit bedacht].
alles ist uns recht – was hilft – ein Stück neues leben in die literatur – und letztlich wiederum in das leben – zu bringen.
wir wollen ein stück von dem zurückzubringen – wovon verleger immer geträumt haben: gute | lesenswerte | leistbare bücher für mündige leser und leserinnen.


Ich habe mich mit einem Thema beschäftigt, das in der Kunstgeschichte bisher nicht beachtet worden ist, nämlich den grundlegenden Wandel im Wesen der Kunst in den letzten zweihundert Jahren. Die alte Kunst war ihrem Wesen nach Herrschaftskunst. Die Künstler, auch die großen, waren Diener der Mächtigen und versorgten sie mit den unentbehrlichen Prunkstücken, mit denen sich höfischer Glanz, Macht und der Anspruch auf die Ehrfurcht der Untertanen beweisen und Herrschaft festigen ließen. Heute sind die Künstler autonom. Sie dienen niemanden, werben sehnsüchtig um die Zuwendung des Publikums und um dessen Spaß an ihren Werken. Die neue Kunst ist ihrem Wesen nach hedonistisch.
Dieser Wesenswandel vollzog sich im Geiste der Aufklärung und unter dem Druck der Französischen Revolution im 19ten Jahrhundert noch schleichend und im 20sten Jahrhundert rasant. Die Werte, die die alte Kunst groß machten, ihre Schönheit, ihre Würde, ihre handwerkliche Vollendung, gingen Stück um Stück verloren. Heute werden die alten Kunstwerke in Museen als Kostbarkeiten gehütet oder, wenn es Bauwerke sind, unter Denkmalschutz gestellt oder nach Kriegsverlusten sorgfältig rekonstruiert, weil es keine neuen Werke gibt, die sie ersetzen könnten. Der Kunsttourismus lebt von der Bewunderung und Verehrung der alten Kunst.
Auch wenn uns die Einsicht nicht gefällt: Ohne die ständische Gliederung der Gesellschaften hätte es die große alte Kunst nicht gegeben, und zwar weltweit. Und dies nicht erst seit geschichtlichen Zeiten, sondern weit vor Tutenchamun schon tief in der Steinzeit. Dafür gibt es plausible evolutionäre Gründe. Vielleicht war die früheste Steinzeitkunst das Vehikel für den Einzug des Geistes in das menschliche Gehirn.
In meinem Buch „Die Kunst ist tot“ habe ich den evolutionären Ursprung der Kunst als Rangmerkmal, ihren Aufstieg in die Hybris fürstlicher und priesterlicher Machtrepräsentation und ihren Absturz in den intellektuellen Hedonismus der Gegenwart dargestellt.