Bio für Bücher

Die Idee einer fairen Alternative zu Amazon und Co.

 

Samstagnachmittag. Es ist Winter und höchste Zeit für das nächste Buch, das uns an Sofa oder Bett fesselt und das wir nur zum Teekochen widerwillig zur Seite legen. Krimi oder Kurzgeschichte, Lyrik oder Liebesdrama: Her damit!

Drei Klicks bei Amazon oder einen Bummel bei Thalia später hat sich unsere persönliche Bibliothek um einige vielversprechende Werke erweitert.

Aber wer hat sich schon je gefragt, weshalb uns in den Läden immer die gleichen Verlage in die Hände, im Internet immer wieder die gleichen Namen ins Auge fallen? Weil nur große Verlage gute Bücher herausgeben?

Nein, bestimmt nicht. Denen stehen aber ganz einfach mehr Verkaufsmöglichkeiten im Einzelhandel offen. Durch große Auflagen und meist gut prognostizierbare Verkaufszahlen kann ein solcher Verlag, neben den Kosten für Druck bzw. Grafikdesign und natürlich dem Honorar für den Autor, den Rabatt von knapp 60 Prozent auf den Verkaufspreis stemmen, den beispielsweise der Internetriese Amazon einfordert. Kleine Verlage allerdings verdienen, rechnet man diesen Rabatt vom Verkaufspreis ab, pro verkauftes Buch oft nicht mehr als einen Euro, ein Preis, der diese Verlage aber oft an den Rand der Existenz bringt.

Bei den Buchketten verhält es sich ähnlich. Für den Verkauf seiner Bücher muss der Verlag hier Platzmiete zahlen, diese beträgt für ein kleines Regal in einer einzigen Filiale monatlich bis zu 400,- Euro, meist mehr als ein Ein-Mann-Verlag an Miete für sein Büro zahlen muss. Und ein Listenplatz im Buchregister solcher Ketten kann einen schon mal 10.000,- Euro kosten. Somit haben große Verlage einen unschlagbaren Vorteil, was die Verkaufsstellen angeht.

Nicht aber, was qualitätsvolle Bücher betrifft. Vielleicht fragt sich der ein oder andere auch gelegentlich, warum der neuste Spiegelbestseller eigentlich immer vom Fischer-Verlag, von dtv oder Rowohlt herausgegeben wurde. Große Verlage nehmen einen Autor meist nur dann unter Vertrag, wenn sich bereits abzeichnet, dass seine Bücher finanziellen Erfolg haben werden. Ein unbekannter Autor kann noch so viel Potenzial haben, er muss sich erst einen gewissen Namen machen, um von einem der großen Verlage beachtet zu werden. Wie gut, dass es da die kleinen Verlage gibt, deren Augenmerk nicht allein auf einem kalkulierbaren Gewinn, sondern auch auf der Originalität eines Manuskripts liegt. So bekommen auch noch unbekannte Autoren eine Chance.

Was also können kleine Verlage tun, um wahrgenommen zu werden und ihre Bücher an den Mann zu bringen? Sie könnten sich beispielsweise auf einer Plattform zusammen tun, wie es sie mit Kleinfairlage.de seit 2012 schon gibt und an der sich mittlerweile über 30 Verlage beteiligen, mit zweierlei Funktion.

Erstens als Fairmittlungsplattform. Für einen symbolischen Jahresbeitrag können Autoren hier eine Leseprobe ihres Manuskripts über das Kontaktformular oder per E-Mail einsenden, welche dann hochgeladen wird. So haben es Verlage, die sich auf bestimmte Themen/Genres spezialisiert haben, viel leichter nach Manuskripten zu suchen, die zu ihrem Konzept passen, und sparen so viel Zeit.

Zweitens als Fairkaufsplattform. Hier können sich kleine und mittelgroße Verlage vorstellen und durch den Zusammenschluss auf der Internetseite mehr Präsenz erhalten, können ihre Bücher bei Bücherfairkaufen.de zum Verkauf anbieten, wo sie statt existenzbedrohenden 50% bis 60% nur faire 20% Rabatt gewähren müssen. Wobei Müssen hier das falsche Wort ist, denn Bücherfairkaufen.de verlangt keine Rabatte in fester Höhe, sondern bittet darum und schlägt diese vor, so wie es ja auch sein sollte. Fair eben.

Wenn wir also mal wieder lesehungrig auf der Couch liegen, werfen wir doch einen Blick zu Bücherfairkaufen.de anstatt zu Amazon und Co und kaufen besondere Bücher zu fairen Bedingungen.

 

Kleinfairlage.de wird im Frühjahr auf der Leipziger Buchmesse seine Angebote den Lesern und Leserinnen vorstellen.

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