Der Name meint nicht futuristische Spielereien sondern zählt auf die Gewissheit, dass wir in der Gegenwart die Zukunft gestalten, indem wir die Erfahrungen aus der Vergangenheit andauernd verwandeln und so in einem kontinuierlichen Aufbruch bleiben.
Wir verlegen Bücher, die Keime für eine Zukunftsgestaltung beschreiben, die ohne Lehre und Voraussetzung einen Diskurs stiften und ermöglichen wollen. Nicht fertige Rezepte und (Schein-)-Lösungen sind uns ein Anliegen, sondern Möglichkeiten und Aufbruch, begleitet von individuellen Ansätzen, die sich gegenseitig nicht blockieren sondern Entfaltung und Steigerung bewirken – auch den Irrtum als Möglichkeit einschliessend.
Mit unseren Autorinnen und Autoren pflegen wir eine Zusammenarbeit über die eigentliche Verlagstätigkeit hinaus in Form von Lesungen, Seminaren oder Workshops.
Unter demselben Dach
Zum FUTURUM VERLAG gehört auch der Pforte Verlag, dessen lieferbares Programm Sie in den Links finden.

Ich habe mich mit einem Thema beschäftigt, das in der Kunstgeschichte bisher nicht beachtet worden ist, nämlich den grundlegenden Wandel im Wesen der Kunst in den letzten zweihundert Jahren. Die alte Kunst war ihrem Wesen nach Herrschaftskunst. Die Künstler, auch die großen, waren Diener der Mächtigen und versorgten sie mit den unentbehrlichen Prunkstücken, mit denen sich höfischer Glanz, Macht und der Anspruch auf die Ehrfurcht der Untertanen beweisen und Herrschaft festigen ließen. Heute sind die Künstler autonom. Sie dienen niemanden, werben sehnsüchtig um die Zuwendung des Publikums und um dessen Spaß an ihren Werken. Die neue Kunst ist ihrem Wesen nach hedonistisch.
Dieser Wesenswandel vollzog sich im Geiste der Aufklärung und unter dem Druck der Französischen Revolution im 19ten Jahrhundert noch schleichend und im 20sten Jahrhundert rasant. Die Werte, die die alte Kunst groß machten, ihre Schönheit, ihre Würde, ihre handwerkliche Vollendung, gingen Stück um Stück verloren. Heute werden die alten Kunstwerke in Museen als Kostbarkeiten gehütet oder, wenn es Bauwerke sind, unter Denkmalschutz gestellt oder nach Kriegsverlusten sorgfältig rekonstruiert, weil es keine neuen Werke gibt, die sie ersetzen könnten. Der Kunsttourismus lebt von der Bewunderung und Verehrung der alten Kunst.
Auch wenn uns die Einsicht nicht gefällt: Ohne die ständische Gliederung der Gesellschaften hätte es die große alte Kunst nicht gegeben, und zwar weltweit. Und dies nicht erst seit geschichtlichen Zeiten, sondern weit vor Tutenchamun schon tief in der Steinzeit. Dafür gibt es plausible evolutionäre Gründe. Vielleicht war die früheste Steinzeitkunst das Vehikel für den Einzug des Geistes in das menschliche Gehirn.
In meinem Buch „Die Kunst ist tot“ habe ich den evolutionären Ursprung der Kunst als Rangmerkmal, ihren Aufstieg in die Hybris fürstlicher und priesterlicher Machtrepräsentation und ihren Absturz in den intellektuellen Hedonismus der Gegenwart dargestellt.