Kein&Aber Verlag


Eigentlich kam ich zum Verlag wie die Jungfrau zum Kinde. Geplant war nämlich nichts dergleichen, außer, dass ich mit Gerhard Polt und Harry Rowohlt je ein Hörbuch produzierte, sozusagen als reine Fingerübung. Beide Titel wurden aus dem Stand zu veritablen Bestsellern, und schon wurde das nächste Programm gefordert – damit entstand 1997 der Verlag Kein & Aber, sozusagen auf Nachfrage.

Und dann gings los, vor allem rauf und runter, wie auf der Berg-und-Tal-Bahn, aber zum Glück immer mit ein bisschen mehr Höhengewinn. Während mein Kontostand rapide sank, wuchs das Autorenportfolio. Ein Investment, das sich gelohnt hat. Ich habe es in den vergangenen Jahren nie bereut. Das Schöne daran, man lernt dazu und wird – Sie erlauben mir, das nach zwanzig Jahren so zu sagen – immer auch ein wenig besser. Der Verleger ist in meinen Augen ein Geschäftsmann, der einen Pakt mit dem Geist geschlossen hat. Und dessen Rechnung hat gute Chancen, aufzugehen.

Neben meinen beiden Hausheiligen, hatte ich das Glück, viele weitere Lieblingsautoren entdecken und verlegen zu können. Ganz junge, von denen noch nie einer etwas gehört hatte, ebenso wie großartige Klassiker der Moderne, die im Rausch nach immer Neuem übersehen worden waren. Sie alle eint, dass sie eine Geschichte zu erzählen wissen, und das auf eine zutiefst eigensinnige Art und Weise, mit viel Intelligenz und nicht weniger Witz. Aber da es mir nicht nur darum geht, mit einem Buch den Intellekt anzusprechen, sondern alle Sinne, versuchen wir, aus jedem Buch das Schönste überhaupt zu machen. Wie es sich anfühlt, die Schrift, das Papier, das Lesebändchen, der Umschlag – erst all das zusammen macht ein richtig gutes Buch aus. Und damit das Vergnügen komplett.

So wie ich das Programm offen und international gestalten wollte, war es für mich auch von Anfang an entscheidend, die Marktpräsenz des Verlags auf den gesamten deutschsprachigen Raum anzulegen. Ohne neugierige und risikofreudige Buchhändler hätte das kaum geklappt, denn die unabhängigen Buchhändler sind das Salz in der Suppe eines unabhängigen Verlags.

Dass der Verlag Kein & Aber eine Erfolgsgeschichte werden konnte, verdanke ich unseren großartigen Autoren, den begeisterungsfähigen Buchhändlern und vor allem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kein & Aber, auch den ehemaligen, besonders aber euch: Sara, Lisa, Patrick, Franziska, Johanna, Kathrin, Madlen, Julia, Cristine, Anja, Daniela, Barbara, Eva, Mario, Brigitte und Emilie.

 

info@keinundaber.ch

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