Novalis Verlag

 

Ein Verlag mit bewegter Geschichte: der Novalisverlag seit 1944.

Ende 1943 entschlossen sich zwei junge Männer, F. Herbert Hillringhaus und Dr. Friedrich Wenzel, eine Buchhandlung in Freiburg i. Br. zu eröffnen. Das von ihnen erworbene Sortiment war aus dem ,,Zodiakus-Verlag“, der astrologische Literatur herausgebracht hatte. Es entstand eine allgemeine Sortimentsbuchhandlung mit einer Spezialabteilung für anthroposophische Literatur.

Zwar war im Jahre 1935 die Anthroposophische Gesellschaft samt aller Tochterbewegungen in Deutschland verboten worden, ein Erlass der „Gestapo“ erlaubte jedoch 1936 den Waldorfschulen und der „biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise“, die Arbeit wieder aufzunehmen; auch erteilte man Druckerlaubnis für 36 Schriften Rudolf Steiners.

Am frühen Morgen des 9. Juni 1941 hatte die „Gestapo“ zum Schlage ausgeholt gegen Anthroposophen, Zeugen Jehovas, Astrologen und ähnlich „missliebige“ Zeitgenossen. Für die Gründer der Freiburger Sortimentsbuchhandlung bedeutete dies die üblichen Verhöre, Beschlagnahme der inkriminierten astrologischen Literatur und deren Abtransport. Die anthroposophischen Schriften interessierte die Polizei allerdings nicht. Diese Erfahrungen schon kurz nach Eröffnung der Buchhandlung waren der Grund für die Umbenennung der Firma in Novalis Verlag.

Nach dem 21. April 1945, dem Tag des Einmarsches der Franzosen in Freiburg, begann sich, wenn auch zunächst äußerst langsam und bescheiden, neues Leben zu regen. Nach Überwindung anfänglicher Unzuträglichkeiten gelangten Hillringhaus und Wenzel zu einem guten Einvernehmen mit den wohlwollenden und verständigungsbereiten Kulturdezernenten der französischen Militärverwaltung in Freiburg und Baden-Baden. Der Novalis Verlag war alsbald lizensiert; die in Baden-Baden vorzulegenden Manuskripte sowie die Anträge auf Buchgenehmigung und Papierzuteilung wurden stets positiv beschieden. Es handelte sich in der Regel um philosophische Schriften Rudolf Steiners und um seine pädagogischen Vorträge, deren Herausgabe Marie Steiner dem Verlag zugestanden hatte. Nachdem das Gesamtwerk von Rudolf Steiner unter der Obhut der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung in Dornach verlegt wurde, gab es für den Novalis Verlag keine Aufgabe mehr. Er wurde an den Walter Verlag in Olten verkauft.

1972 gründeten F. H. Hillringhaus, Dr. Carl Oechslin und Dr. Max U. Rapold in Schaffhausen den Pestalozzi-Verlag, der die Aufgabe hatte, vor allem pädagogische Schriften herauszubringen. 1973 erwarb Max U. Rapold vom Walter Verlag den Namen „Novalis Verlag“ zurück. Daraufhin wurde der Pestalozzi-Verlag in Novalis Verlag umbenannt; der nun auch wieder geisteswissenschaftliche Literatur publizieren sollte.

Kurz vor seinem Tod 1973 verfügte der deutsch-schweizer Kulturphilosoph Jean Gebser, dass die Gesamtausgabe seiner Werke im Novalis Verlag erscheinen sollte. Sein Hauptwerk wird dort inzwi- schen zum Teil in fünfter Auflage publiziert.

Ende 1997 gründete der damalige Verlagsleiter Peter Gmünder einen eigenen Verlag, den Oratio Verlag und übernahm die meisten anthroposophischen Titel des Novalis Verlages. Dr. Michael Frensch wurde neuer Verlagsleiter und baute seit 1998 den Verlag kontinuierlich neu auf. Er war auch bis zur Einstellung der gleichnamigen Zeitschrift NOVALIS Ende 2004 deren Chefredakteur.

Seit den 90er Jahren widmete sich der bis 2009 in der Schweiz ansässige Verlag zudem der Aufgabe, zu einer Kenntnis über die Grundlagen der Schweiz und ihrer Situation in der Gegenwart beizutragen.
Zur Jahrtausendwende kamen weitere Aufgaben an den Verlag heran, die in insgesamt 12 Editionen und Reihen ihren Ausdruck fanden.

Anfang 2010 wurde der Novalis Verlag von einer Schweizer AG in eine GbR nach deutschem Recht umgewandelt und von Schaffhausen nach Quern-Neukirchen an der Flensburger Förde umgesiedelt, dem Wohnort der jetzigen Verleger.

 

info@novalisverlag.de


 

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